Dieser Artikel erschien in "Facts-Online" 41 / 1998 auf Grund von Daten, welche von WI.SO erfasst und ausgewertet wurden.

Mathis Cabiallavetta hat der UBS wenig Vertrauensverlust zugefügt

Wirds Jo Ackermann, der Schweizer bei der Deutschen Bank? Oder Rolf Hüppi von der Zürich? Oder der ehemalige Karrierediplomat David de Pury? Die Suche nach dem künftigen UBS-Präsidenten ist in vollem Gang, seitdem sich der derzeitige Stelleninhaber, Alex Krauer, als «Statthalter auf Zeit» bezeichnet hat. Und wie es sich für den Global Player UBS gehört, wird weltweit nach dem künftigen Präsidenten gespürt.

Ausländer rein? Soll ein Ausländer Präsident der UBS werden?

Ein Ausländer?

Doch würde es das Publikum überhaupt goutieren, wenn dereinst ein Amerikaner, Deutscher oder Engländer an der Spitze der grössten Schweizer Bank stünde? Gemäss einer repräsentativen FACTS-Umfrage scheint die Zeit noch nicht reif für eine ausländische Lösung: Bloss 19 Prozent hielten einen Nicht-Schweizer für eine gute Wahl. Mehr als ein Drittel, nämlich 36 Prozent, steht einem Ausländer auf dem UBS-Präsidententhron kritisch gegenüber. Was besonders auffällt: Ausgerechnet unter Aktienbesitzern ist die Skepsis gegenüber Ausländern ungleich grösser (41 Prozent). Der Grund dürfte darin liegen, dass Aktionäre meist älter sind.
Immerhin scheint die Farbe des Passes einer Mehrheit nicht wichtig zu sein. Ein Drittel der 506 Befragten halten es für irrelevant, ob ein Schweizer oder ein Ausländer Präsident wird.

Vertrauen? Geniesst die UBS unter Marcel Ospel und Alex Krauer Ihr Vertrauen?

Treue Aktionäre: Unter den Aktionären ist das Vertrauen noch grösser.

Vertrauen gewährt?

«Haben Sie Vertrauen», hatte dieser letzte Woche gebeten, als die UBS-Führung die Konsequenzen aus dem Hedge-Fund-Debakel darlegte. Wie die FACTS-Umfrage belegt, scheinen die Negativ-Schlagzeilen rund um Milliardenverlust, Aktienabsturz und Rücktritt von UBS-Präsident Mathis Cabiallavetta der Bank wenig anhaben zu können. Das neue Führungsduo Ospel und Krauer geniesst bei 46 Prozent der Befragten grosses oder ziemlich grosses Vertrauen. Bloss ein Drittel geht mit der Bankenspitze kritisch ins Gericht: 35 Prozent traut ihr wenig bis gar nicht. Auch hier fällt das Urteil der Aktienbesitzer auf, das Ospel und Krauer überaus wohlwollend einschätzt. Zwei Drittel von ihnen bringen dem Führungsduo grosses bis ziemlich grosses Vertrauen entgegen.

Investieren?

Und was empfehlen jene 21 Prozent der Befragten, die Aktien im Portefeuille halten? Eine Mehrheit von ihnen hält die UBS-Aktien derzeit für kaufenswert. Der Tipp hat einen realen Hintergrund: Die Papiere waren schon lange nicht mehr so günstig wie jetzt. Dessen ungeachtet raten 38 Prozent der befragten Anleger davon ab, derzeit in UBS-Aktien zu investieren.

 

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