© HandelsZeitung; 2002-01-30; Seite 11; Nummer 5

Management

Beraterkrise

Bloss 11% der Topmanager in der Schweiz erachten externe Berater für ihre eigene Arbeit als «sehr wichtig». Im Jahr 2000 waren es immerhin noch 35%. Dies hat eine KPMG-Untersuchung bei Schweizer Wirtschaftsführern ergeben. Insgesamt mehr als die Hälfte, nämlich 52% (im Vorjahr 31%) der Befragten, sagen klipp und klar, Beratung von aussen sei unwichtig. Noch skeptischer als der Durchschnitt der Leader zeigen sich solche mit Hochschulabschluss: Hier sind sogar 62% überzeugt davon, dass externe Beratung ihnen nicht weiterhelfe und deshalb unwichtig sei. Wobei offensichtlich der entscheidenden Frage nicht nachgegangen worden ist, ob die Qualität der Beratungen wirklich so exorbitant gesunken ist oder nicht vielleicht der Dünkel der am Karriereziel angekommenen ehemaligen Hochschulabsolventen zugenommen hat.

Chefqualitäten

Was tun erfolgreiche Firmenlenker? Beziehungsweise, was tun sie nicht? Der US-Buchautor Jim Collins hat Unternehmen untersucht, die in den letzten 15 Jahren erfolgreich waren. Seine Quintessenz: Erfolgreiche Firmenchefs geben kaum Interviews und meiden die Wirtschaftspresse - als Beispiel mag Metro-Gründer Otto Beisheim gelten. Sie kennen ihr Unternehmen überdurchschnittlich gut und sind in der Firma gross geworden. Sie können zuhören, haben aber wenig Charisma. Sie denken kaum über ihre Vision nach, tun aber sehr viel, um die richtigen Mitarbeiter zu finden - trennen sich aber auch rasch von unpassenden. (Jim Collins, «Good to Great», Harper Collins.)

Telearbeiter

In Sachen Telearbeit hat die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern die Nase vorn. Rund 52% der in der Studie «ECATT Electronic Commerce and Telework Trends» befragten Schweizer Firmen praktizieren heute diese Arbeitsform. Mit 10% aller Erwerbspersonen ist der prozentuale Anteil der regulären Telearbeiter hier zu Lande etwas höher als im Durchschnitt der EU-Länder. Höhere Prozentanteile erreichen Finnland, Schweden, Dänemark sowie die Niederlande. In Deutschland liegt der Anteil mit 6% genau im EU-Mittel. Weniger Telearbeiter kennen Italien, Frankreich, Spanien und Irland. Gemäss der Umfrage sind Telearbeiter meistens männlich, haben eine überdurchschnittliche Schulbildung, sind hoch qualifiziert, beruflich mobil und haben Leitungsfunktion sowie Führungsverantwortung (www.wiso-schoch.ch) .

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